Einerseits ist der Körper eines der wunderbarsten Geschenke, die ein Mensch bekommt- funktioniert 80 Jahre und mehr, verfügt über eine große Vielfalt an Bewegungsmöglichkeiten, von grobmotorischen Dingen wie hüpfen, laufen, rollen zu feinmotorischen Fähigkeiten wie schreiben oder ein Musikinstrument spielen, bis zu Balance-halten für den aufrechten Gang, Fahrrad fahren oder Tanzen, außerdem noch über verschiedene Wahrnehmungsmodi wie fühlen, sehen, hören etc. und noch viele andere feine Dinge-

andererseits macht der Mensch relativ sorglos Teile dieses Meisterwerks kaputt und bedenkt nicht, daß bei angemessener Benutzung und Wartung das Werkl bedeutend besser (länger) laufen könnte.

Und da wir nun einmal heute pro Tag viel größere Strecken mit viel weniger Bewegungsaufwand als zu unmotorisierten Zeiten zurücklegen, und dabei sitzen, sitzen, sitzen, braucht der Körper zur Wartung und zur Erinnerung an frühere, bewegtere Zeiten, für die er ja eigentlich gebaut ist, eine Bewegungsarbeit, zum Beispiel Feldenkrais.

Obwohl es bei der Feldenkrais-Methode um Bewegung geht, ist Feldenkrais kein Sport.                                                                                                                                                                                                                                                         Die Feldenkrais-Methode nützt verschiedene Bewegungsabläufe als Lernmöglichkeiten- wie bewege ich mich, welche Teile von mir sind in eine Bewegung integriert und welche nicht, wie könnte es noch gehen, welche Möglichkeiten habe ich.                                                                                                                                                                                                                                                        Das alles muß aber niemand mit Worten beantworten und durch Denken herausfinden- es gilt vielmehr: learning by doing, der eigene Körper ist das Lernfeld und die Bewegungsabläufe einer Feldenkraisstunde sind der Rahmen, in dem selbständiges Lernen durch eigene Erfahrung- und daraus resultierend durch eigene Erkenntnis- möglich ist.